Inflation: Warum die Preise in Deutschland so stark ansteigen!

Von Energie und Benzin bis hin zu Lebensmittel und dem Friseurbesuch – für all diese Dinge musst du heute mehr bezahlen als noch vor einiger Zeit. Schuld an den höheren Preisen ist die Inflation. Was genau sich hinter dem Begriff der Inflation verbirgt und wie sie entsteht, erfährst du im Folgenden.

von
Patrick Herold
Business
May 12, 2022

Das verbirgt sich hinter dem Begriff der Inflation

Viele Produkte des täglichen Bedarfs sind in den letzten Monaten teurer geworden. Schuld an dieser Entwicklung ist die Inflation. Allerdings ist der Begriff der Inflation nicht mit der Änderung von Preisen für Dienstleistungen und Waren gleichzusetzen. Schließlich ändern sich Produkt- und Dienstleistungspreise in einer Marktwirtschaft immer wieder – das ist erst einmal nichts Ungewöhnliches. Steigen allerdings nicht lediglich die Preise für einzelne Produkte, sondern werden Waren und Dienstleistungen allgemein teurer, ist von Inflation die Rede.

Das bedeutet: Unter dem Begriff der Inflation (auch Teuerung oder Preissteigerungsrate genannt) ist ein Anstieg des allgemeinen Preisniveaus über einen bestimmten Zeitraum hinweg zu verstehen. Folge der Inflation ist, dass du mit einem Euro heute weniger kaufen kannst als noch vor einigen Monaten (Kaufkraftabnahme). Die Inflation führt also dazu, dass ein Euro heute weniger wert ist.

Das Gegenteil der Inflation ist die Deflation. Von einer Deflation wird gesprochen, wenn die Preise für Güter allgemein und über einen gewissen Zeitraum hinweg sinken. 

Preissteigerungen als Inflations-Ursache

Eine Inflation entsteht, wenn du dir für einen Euro weniger kaufen kannst als noch vor einiger Zeit und dein Geld durch höhere Preise an Wert verliert. Dementsprechend sind Preissteigerungen Ursache der Inflation – auch sie haben allerdings ihre Gründe:

Preissteigerungen können dann entstehen, wenn bestimmte Güter oder Dienstleistungen knapper werden. Sind beispielsweise Computerchips rar, die Nachfrage nach ihnen aber gleichbleibend hoch, werden die verfügbaren Computerchips teurer. Unternehmen, welche Computerchips einkaufen und verwenden, geben die Preissteigerung in Form von höheren Preisen ihrer Produkte an den Endkunden weiter.

Warum kommt es derzeit zu Preisanstiegen?

Steigt das Preisniveau allgemein an, kann eine Inflation entstehen. Dass die Preise für viele Produkte in letzter Zeit deutlich anziehen, hat allerdings mehrere Gründe:

  • Aufschwung nach Corona: Nach einem Tief nimmt die Wirtschaft in Deutschland dank fallender Corona-Beschränkungen wieder Fahrt auf. Während du dein Abendessen vor einiger Zeit zu Hause einnehmen musstest, kannst du mittlerweile beispielsweise wieder im Restaurant zu Abend essen. Das ist für die meisten Menschen angenehm und motiviert sie, allgemein wieder mehr Geld auszugeben. Diese „Lust am Geld ausgeben“ kurbelt die Wirtschaft an und Unternehmen fällt es leichter, die Preise für Waren und Dienstleistungen zu erhöhen, ohne Kunden zu verlieren.
  • Hohe Nachfrage – knappe Güter: Nach dem Wegfall vieler Corona-Beschränkungen ist die Nachfrage nach bestimmten Gütern wieder deutlich gestiegen. Allerdings können die gewünschten Güter von den Unternehmen nicht immer problemlos beschafft werden. Schließlich müssen die durch die Pandemie geschädigten Lieferketten erst einmal wieder aufgebaut werden. In manchen Bereichen führt das zu einer Güterknappheit und höheren Kosten für den Gütertransport. Beides zwingt Unternehmen dazu, ihre Warenteurer an den Endverbraucher abzugeben.
  • Höhere Energiepreise – hohe Inflation: Insbesondere die gestiegenen Energiepreise treiben die Inflation voran. Dass die Energiepreise steigen, kann verschiedene Gründe haben: Weltweite Dürreperioden oder Windflauten sorgen etwa dafür, dass mithilfe von Wind und Wasser weniger Energie erzeugt werden kann. Gleichzeitig sind die Öl-und Gasreserven in Deutschland aber niedrig. Im Zusammenspiel mit einer hohen Nachfrage nach Energie sorgt das dafür, dass die Preise für Energie (Öl, Gas und Strom) insgesamt steigen. Der Preisanstieg wird zusätzlich durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Unsicherheiten und Verknappungen auf dem Öl- und Gasmarkt vorangetrieben.

Die Inflationsrate und ihre Ermittlung

Der aktuelle Preisanstieg für Benzin und viele weitere Güter ist momentan in aller Munde. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang auch von der Inflationsrate, welche das Ausmaß der aktuellen Teuerung angibt, gesprochen. Wie die Inflationsrate als „Anzeiger für das Ausmaß der aktuellen Teuerung“ ermittelt wird und wie hoch sie aktuell ist, erfährst du im Folgenden.

Wie wird die Inflationsrate ermittelt?

Steigt das Preisniveau allgemein an, wird von einer Inflation gesprochen. Welches Ausmaß die Inflation erreicht, wird durch die Inflationsrate ausgedrückt. Diese beschreibt nämlich den prozentualen Anstieg des Preisniveaus. Sie wird von den Statistischen Landesämtern und dem Statistischen Bundesamt regelmäßig ermittelt.

Die Ämter erfassen dazu monatlich die Preise bestimmter Güter und werten diese aus. Damit die so gewonnenen Erkenntnisse aussagekräftig sind, werden dabei allerdings nicht alle Waren und Dienstleistungen, sondern lediglich 600 Güter (der sogenannte Warenkorb) berücksichtigt. Bei den ausgewählten Gütern handelt sich um solche Waren, die von allen – oder zumindest besonders vielen – Privathaushalten gekauft werden. Zu den berücksichtigten Gütern zählen dabei etwa:

  • Alltagsprodukte wie Benzin und Lebensmittel
  • Gebrauchsgüter wie Fernseher, Waschmaschinen und Kleidung
  • Dienstleistungen wie Friseurbesuche oder Versicherungen

Der Preisanstieg bei Produkten, für die „Normalverbraucher“ meist viel Geld ausgeben (z. B. Strom und Gas) wird bei der Ermittlung der Inflationsrate stärker berücksichtigt als Preisanstiege bei Gütern für die gemein hin nur wenig Geld ausgegeben wird (z. B. Zucker oderMehl).

Wie hoch ist die Inflationsrate aktuell?

Schon im Dezember 2021 lag die Inflationsrate bei über 5 Prozent – das war der höchste Wert seit knapp 30 Jahren. Nach einem leichten Absinken zu Beginn des Jahres 2022 verharrte die Inflationsrate dann erste einmal auf hohem Niveau – stieg schließlich aber noch einmal deutlich an. Anfang Mai 2022 erreichte sie einen Wert von 7,4 Prozent. 

Inflation – Wie geht es jetzt weiter?

Experten rechnen damit, dass die Inflation im weiteren Verlauf des Jahres 2022 zurückgehen wird. Das wird insbesondere damit begründet, dass das Güterangebot langsam mit der Güternachfrage gleich ziehen und die Energiepreise sinken werden. Ob diese Prognosen zutreffen, lässt sich aber selbstverständlich noch nicht mit Sicherheit sagen.

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Patrick Herold

Patrick Herold war bei einem der größten Finanzdienstleister Deutschlands in den Bereichen fondsgebundene Altersvorsorge und Berufsunfähigkeits-Absicherung tätig. Mit seinem BWL-Hintergrund beriet er Startups im Bereich Controlling & Funding und führt mit der Erfahrung einer folgenden mehrjährigen Tätigkeit im Bereich Digitalisierung eine Digital-Agentur, die Arztpraxen und Kliniken beim Online-Marketing und bei der Personalgewinnung unterstützt.

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